Lernendenkampagne

start lernendeIn der Geschichte des Kapitalismus konnten diesem immer dann Zugeständnisse abgerungen werden, wenn Arbeitende gemeinsam dafür kämpften. Diesem Fakt haben wir es zu verdanken, dass Arbeitszeiten, Löhne, Arbeitslosigkeit und vieles mehr heute geregelt – wenn auch bei weitem noch nicht gerecht – sind. Die sozialpolitischen Errungenschaften der letzten rund 100 Jahre sind ein grosser Erfolg. Jedoch fehlt heute nach wie vor in fast sämtlichen Bereichen der Wirtschaft die demokratische Mitbestimmung. Auch ist heute der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen weitgehend zum Erliegen gekommen. Schlimmer noch: Die Rechte der Arbeitenden sollen durch stagnierende Löhne, längere Arbeitszeiten und geschwächte Sozialwerke wieder abgebaut werden. Die Speerspitze der neoliberalen Attacken trifft zuerst diejenigen, welche sich am schwersten wehren können, in diesem Fall die Jungen.

Wir Fordern:

Mehr Schutz!

  • Mindestens zwei unangemeldete Kontrollen durch die Kantone pro Lehrverhältnis
  • Reglementierte Arbeitszeiten zum Schutz von Lernenden und Praktikant_innen sowie Grundsätzlich keine Nacht- und Wochenendarbeit für Lernende und Praktikant_innen
  • Die Höchstarbeitszeit auf 8h/Tag und 40h/Woche festlegen und durchsetzen
  • Keine berufsfremden Arbeiten
  • Gesetzliche Schutzbestimmungen für Praktika
  • Einen Schutz vor Diskriminierung aufgrund von physischer Erscheinung, Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft und Ethnie, Überzeugung, sozialer Stellung und Sprache während der Ausbildung
  • Die Etablierung anonymisierter Bewerbungen

Mehr Mitsprache!

  • Die demokratische Mitsprache im Lehrbetrieb
  • Tripartite Lehraufsicht bestehend aus Staat, Gewerkschaften und demokratisch von Lernenden gewählte Lernende
  • Das Stimmrechtsalter 16 für alle
  • Die Möglichkeit, den Lehrbetrieb unbürokratisch zu wechseln und die Möglichkeit den Lehrvertrag einseitig von Seite des_r Lernende_n aufzulösen

Mehr Lohn!

  • Einen Mindestlohn für Lernende und Praktikant_innen
  • Mindestens sieben Wochen Ferien für alle unter 20 Jahren sowie sämtliche Lernende in Erstausbildung und Praktikant_innen
  • Die Abschaffung von Geldbussen an den Berufsschulen
  • Einen dreizehnten Monatslohn für Lernende

Mehr Perspektive!

  • Der Ausbildungsbetrieb garantiert den Lernenden eine Weiterbildung oder Anstellung nach Ende der Grundausbildung
  • Einen nationalen Berufsbildungsfond
  • Ein Recht auf Erstausbildung
  • Die niederschwellige staatliche Unterstützung von Arbeitgebenden bei Fragen der Lehre und ein Abbau der administrativen Aufwände im Zusammenhang mit der Lernendenausbildung
  • Betriebe, die Lernenden ausbilden, werden bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand bevorzugt
  • Die Schaffung von neuen Strukturen der Berufsbildung für jugendliche in schwierigen Lebenssituationen

Mehr Bildung!

  • Mindestens zwei bezahlte Stunden pro Woche zum Lernen und Arbeiten für die Berufsschule
  • Eine Harmonisierung und Vereinheitlichung der Bildungssysteme auf nationaler Ebene
  • Eine nationale Harmonisierung des Stipendienwesens, wie sie die Stipendien-Initiative fordert
  • Mehr Allgemeinbildung, Politik und Freifächer (wie an den Kantonsschulen) an der Berufsschule
  • Die obligatorische Information über Lernendenrechte während der ganzen Ausbildungszeit
  • Den Zugang der Gewerkschaften an die Berufsschulen
  • Das Recht auf nachobligatorische Ausbildung für alle, auch jugendliche Sans-Papiers. Wobei es nicht zur Meldung der Sans-Papiers bei anderen Behörden kommen darf.
  • Das Recht auf uneingeschränkten Zugang zur Berufsmaturität
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen bei der Berufswahl in der Sekundarstufe
  • Die Unterstützung von Weiterbildungen über einen Bildungsurlaub
  • Eine Verbesserung der Anerkennung von ausländischen Ausbildungen

Jetzt die Petition unterschreiben!