Schnee von gestern?

Der Winter ist eine wunderbare Jahreszeit. Verschneite Berge laden zum Skifahren, Langlaufen, Snowboarden, Schlitteln und Schneeschuhwandern ein. Nicht zu Unrecht ist die Schweiz im Ausland für ihre Schokolade, Uhren und eben auch für die verschneiten Berge bekannt. Doch diese verschneiten Berge sieht man nicht mehr so oft. Wetter ist nicht gleich Klima, das gilt es immer wieder zu betonen, aber durch die Klimakrise nehmen die Häufigkeit und Heftigkeit von extremen Wetterereignissen zu. Laut «Protect our Winters» hat die Schneebedeckung auf der Nordhalbkugel seit 1967 um 53% abgenommen, die Skisaison wird immer kürzer, und gemäss IPCC gibt es im schlimmsten Fall im Schweizer Mittelland gegen Ende dieses Jahrhunderts keine Schneetage mit mindestens 5 cm Schnee mehr. Doch der Schnee ist nicht nur für Wintervergnügen wie eben zum Beispiel Skifahren wichtig, sondern auch für die Natur. Für Pflanzen zum Beispiel bildet der Schnee eine schützende Decke vor der eisigen Winterkälte, die dafür sorgt, dass die sie nicht erfrieren. Schnee ist also wichtig für das Überleben der Pflanzen und das wiederum ist wichtig für unsere Landwirtschaft.

Nun kann man sagen, dass es an uns einzelnen Menschen ist, die Klimakrise zu bekämpfen. Mit dem Zug statt mit dem Flugzeug in die Ferien reisen. Gemüse statt Fleisch zu essen. Nachhaltig einkaufen. Eigenverantwortlich Emissionsausstoss verhindern.

Das ist ein Anfang, ja. Aber individuelle Lösungen reichen nicht aus, werden auch nie ausreichen. Nicht, solange der Schweizer Finanzplatz in fossile Energien investiert und somit um ein x-faches mehr Emissionen zu verantworten hat als die Schweizer Bevölkerung. Nicht, solange immer noch Kohlekraftwerke neu gebaut werden, anstatt sie abzuschalten. Nicht, solange der Bund Milliarden von Schweizerfranken in Kampfjets und Autobahnen investiert, statt dafür zu sorgen, dass zumindest die Schweiz eine Klimapolitik für die Zukunft verfolgt. Die Klimakrise ist zu gross, zu allumfassend, als dass wir sie durch Eigenverantwortung lösen könnten. Wir brauchen schnelle Massnahmen und klare Gesetze, wir brauchen ermächtigende Rahmenbedingungen, wir brauchen Alternativen und ja, wir brauchen auch Verbote.

Die JUSO Schweiz hat im Juni einen Massnahmenplan verabschiedet, der aufzeigt, wie eine Klimapolitik für die 99% aussehen könnte. Eine Klimapolitik, die sozial und klimagerecht ist, die jene, die die Krise verursacht haben und von ihr profitieren, in die Verantwortung nimmt , und die 99% zu einem Wandel ermächtigt. Denn nur eine solche Klimapolitik vermag tatsächlich etwas gegen die Klimakrise auszurichten.

Wir brauchen eine Klimapolitik für die Menschen und nicht für die Konzerne.

 

Ein Beitrag von Nico Zobrist.

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