Heute, am 16. Februar, ist Semesterstart in mehreren Bezirken. Zu diesem Anlass hat. Die JUSO Aargau visualisiert, wie der Aargau in der Bildung Barieren statt Zugänglichkeit schafft.
Die Eingänge von fünf Schulen in den Bezirken Baden und Brugg wurden zum heutigen Schulstart symbolisch abgesperrt. Dies, um die Bevölkerung und vor allem die Lehrer*innen darauf aufmerksam zu machen, wie der Kanton Aargau systematisch Hürden für behinderte Kinder schafft. Nach der Einführung der regionalen Spezialklassen vor einem halben Jahr, werden aufgrund einer angenommene Motion der SVP und FDP ab dem Schuljahr 2026/2027 Förderklassen geschaffen.
Der Begriff Förderklasse klingt im ersten Moment nach etwas Sinnvollem, jedoch hat die Förderklasse nichts mit Förderung zu tun. Sie ist eine bewusste Separierung von behinderten Kindern weg von der Gesellschaft! Zudem wurde wiederholt bewiesen, dass inklusive Klassen mit den richtigen und ausreichenden Ressourcen den Kindern nützlicher sind als ein separierendes Schulsystem. Das Problem ist also nicht, dass zu viel Integration in der Regelschule betrieben wird. Das Problem ist, dass das jetzige Schulsystem nicht inklusiv ist.
Die JUSO Aargau findet es höchst problematisch, dass es keinen politischen Willen gibt, genügend Ressourcen in ein inklusives Schulsystem zu stecken, hingegen dieser politische Wille plötzlich da ist, wenn es darum geht, Ressourcen für neue und diskriminierende Parallelstrukturen zur Verfügung zu stellen.
Elias Erne, Mitglied des Projektvorstands Anti-Ableismus konstatiert: „Die Einführung der ‚ Förderklassen‘ ist nur eine weitere Stufe systematischen und politisch gewollten Ausschluss von uns behinderten Menschen.“
Die Förderklassen sind nur ein Beispiel für die ableistische Politik, die der Kanton Aargau betreibt. Mit dieser Separierung im Bildungssystem, dem zweiten Arbeitsmarkt und dem fremdbestimmten Wohnen verstösst der Kanton Aargau gegen die UNO-Behindertenrechts- und Kinderrechtskonvention und schliesst behinderte Menschen in den wichtigsten Lebensbereichen aus. Das ist höchstproblematisch!
Nika Jenni, Mitglied des Vorstandes der Juso Aargau prangert an: „Der Kanton Aargau macht lieber Rückschritte bei der Umsetzung internationaler Abkommen als behinderten Kindern eine gleichberechtigte Bildung zu ermöglichen.“
Der Kanton Aargau macht mit den Förderklassen einen Rück- statt einen Fortschritt in der Umsetzung der UNO- Behindertenrechtskonvention. Auch aus diesem Grund hat die die JUSO im Dezember eine Petition lanciert, die die Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention
fordert. Die Petition kann hier unterschrieben werden:
Petition für die Umsetzung der UNO Behindertenrechtskonvention - JUSO Aargau