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Bildungsdepartement vergisst Schüler*innen mit Vorerkrankungen – JUSO fordert Bildung für alle

13.05.20, 12:00 Von JUSO Aargau

Die JUSO Aargau verlangt in einem offenen Brief an Bildungsdirektor Alex Hürzeler, dass die schulische Betreuung von Schüler*innen, die noch nicht zur Schule gehen können, gewährleistet wird.

Die Volksschulen sind am Montag wieder aufgegangen, doch Schüler*innen mit gewissen Vorerkrankungen können den Unterricht immer noch nicht physisch besuchen. Da aber der Fernunterricht beendet ist, werden sie auch online nicht mehr unterrichtet. Ob und inwiefern sie weiterhin schulische Betreuung erhalten, wird den sowieso schon überlasteten Schulen überlassen.
Die JUSO fordert in einem offenen Brief an Bildungsdirektor Alex Hürzeler, dass kantonal einheitliche Weisungen erlassen werden, um die schulische Betreuung dieser Schüler*innen im Sinne der Chancengleichheit und ihres Menschenrechts auf Bildung sicherzustellen.

Der offene Brief wurde innerhalb eines Tages von über 40 Personen mitunterzeichnet, unter anderen von Elena Flach, Sozialpädagogin und Präsidentin der SP Frauen* Aargau, Thomas Leitch-Frey, Sekundarlehrer und Grossrat, Lara Hitz, Präsidentin der JUSO Aargau und Nationalrat Cédric Wermuth.

Auch Betroffene melden sich zu Wort, ein Sekundarschüler schreibt:
“Ich bin selber Risikopatient und bin seit 2 Monaten zuhause. Für mich wird von der Schule selbst nichts organisiert. Zum Glück habe ich eine super Lehrerin, die sich für mich einsetzt, denn ich habe wenig Hoffnung, wieder zur Schule gehen zu können, weil die Schüler*innen dort keine Schutzmassnahmen einhalten. Die Situation macht mich enorm wütend.”

Eine Sekundarlehrerin erklärt:
“Alle Kinder haben das Recht auf Bildung. In den Weisungen des Kantons für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts wurde die Gruppe der Hochrisikipatient*innen unter den Jugendlichen jedoch nicht berücksichtigt. Somit stehen einmal mehr keine Mittel dafür zur Verfügung, trotz angeblicher integrativer Schulung.”
Der ganze Brief und die Mitunterzeichnenden sind auf der Webseite der JUSO Aargau zu finden: Offener Brief

Für Fragen und Informationen steht gerne bereit:
Cybel Dickson
Vizepräsidentin JUSO Aargau
076 559 09 17
[email protected]

Offener Brief

UPDATE
Der offene Brief wurde heute Mittwoch, den 13. Mai mit über 40 Mitunterzeichnenden an Bildungsdirektor Alex Hürzeler versandt. Diese Seite wird aber immer noch laufend aktualisiert und wir freuen uns über weitere Unterstützer*innen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

 


 

Die Schulen sind wieder offen! Aber Schüler*innen mit gewissen Vorerkrankungen, zum Beispiel mit Immuninsuffizienz, können noch nicht physisch am Unterricht teilnehmen. Und weil es jetzt keinen Fernunterricht mehr gibt, auch nicht mehr online. Ob und inwiefern sie weiterhin schulische Betreuung erhalten, wird den sowieso schon überlasteten Schulen überlassen. 

Das finden wir nicht OK! Es müssen einheitliche Weisungen her, damit auch die Schulbildung dieser Schüler*innen gewährleistet wird.

Das wollen wir in einem offenen Brief an unseren Bildungsdirektor Alex Hürzeler fordern. Den Text, den wir schicken werden, findest du hier: Offener Brief

Wenn auch dir wichtig ist, dass im Aargau alle gleichen und guten Zugang zu Bildung haben, unterschreibe hier den offenen Brief:

 

Es haben bereits 51 Menschen unterschrieben:

Cédric Wermuth, Nationalrat, Zofingen

Elena Flach, Sozialpädagogin, Rekingen

“Bildung als höchstes Gut sollte für alle zugänglich sein!”

Thomas Leitch-Frey, Sekundarlehrer, Wohlen

“Auch Schüler*innen mit Vorerkrankungen, die den Unterricht nicht vor Ort besuchen können, müssen weiterhin von der Schule betreut und gefördert werden. Die Betreuung im Fernunterricht kann durch Lehrpersonen erfolgen, die selbst nicht vor Ort unterrichten können, weil sie zur Risikogruppe gehören.”

Maurice Haefeli, Schüler, Niderrohrdorf

“Ich bin selbst Risikopatient und bin seit 2 Monaten zu Hause und für mich wird von der Schule selbst nichts Organisiert zum Glück habe ich eine super Lehrerin, die sich dafür einsetzt, aber sonst fühle ich mich beschissen da für mich eine geringe Chance entsteht wieder zur Schule zu gehen, weil sie dort keinen Abstand halten dürfen und ihnen wird kein Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt, es gibt keinerlei Sicherheits- und Schutzmassnahmen das macht mich enorm wütend.”

Jeannine Vinci, Lehrerin Sek. I, Niederrohrdorf

“Weil alle Kinder ein Recht auf Bildung haben und in den Weisungen des Kantons AG für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts die Gruppe der Hochrisikopatienten unter den Jugendlichen nicht berücksichtigt wurden und somit einmal mehr keine Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden trotz angeblicher integrativer Schulung.”

Dieter Egli, Grossrat, Windisch

Lara Hitz, Präsidentin JUSO AG, Aarau

“Bildung muss für alle garantiert werden können, ganz besonders in Krisenzeiten. Die Zukunft von Schüler*innen mit Vorerkrankungen steht auf dem Spiel, garantieren wir sie!”

Sophie Haefeli, Primarlehrerin, Oberrohrdorf

“Ich bekomme in meinem Umfeld mit, wie  Personen  komplett vergessen oder ignoriert werden.
Wenn jemand zur Risikogruppe gehört, kann er*sie vom Unterricht frei gestellt werden – muss und darf somit keine schulischen Leistungen mehr erbringen.
Das kann keine Lösung sein.
Nur weil ein*e Schüler*in nicht mit 23 anderen Kindern in einem Schulzimmer sitzen kann, heisst das nicht, dass er oder sie deswegen nicht an schulischen Leistungen teilhaben kann.
Alternativen müssen überlegt, ausgebaut und angewendet werden können.

Es kann nicht sein, das Menschen ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen können!”

Vera Becker, Co-Präsidentin Junge Grüne AG, Untersiggenthal

Damiano Bergomi, Lehrer, Aarau

“Chancengleichheit!”

Oxana Kachramanow, FaBe Kinder, Aarau

“Weil es nicht fair ist, dass Kinder die sowieso schon einen erschwerten Lebensweg haben diesen von diesem ungerechten Lösungsweg noch mehr erschwert bekommen.”

Noa Haefeli, Schreiner, Oberrohrdorf

“Mein Bruder hatte vor Jahren eine Nierentransplantation, wenn er das Virus bekommen würde wäre er tot. Seit Monaten ist er schon zu Hause und kann jetzt noch nicht in die Schule. Er hat jetzt einfach Absenzen ohne Ende und leidet doppelt darunter.”

Cybel Dickson, Studentin Volkswirtschaft, Bad Zurzach

“Auch bei der Rückkehr zur ‘Normalität’ müssen alle Menschen mitgedacht werden!”

David Sommer, Informatiker, Birmenstorf

“Es kann nicht sein, dass Menschen aufgrund einer Vorerkrankung nicht beschult werden. Bildung ist ein Menschenrecht. Es muss auch in Zeiten einer Krise gewährleistet werden.”

Lea Berger, Software Engeneer, Winterthur

“Die Pandemie gab uns die Chance den Fernunterricht einzuführen und zu verbessern. Statt diese Chance nun zu nutzen, wird der Fernunterricht sogar verboten und Kindern die Möglichkeit weggenommen sich von Zuhause weiterzubilden.”

Elias Erne, Kantischüler, Boswil

“Bei der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts darf keine Gruppe von Schüler*innen vergessen gehen.”

Lisa Küng, Primarschullehrerin, Baden

Julian Schnetzler, Kantischüler, Kaisten

“Weil es einfach nicht sein kann, dass der Kanton nicht fertig gedachte Weisungen erlässt, die nicht alle Betroffenen miteinbeziehen, und alle schwierigen Punkte einfach den Schulen überlässt, ohne dafür eine Lösung bereitzustellen!”

Lea Schmidmeister, Sozialarbeiterin, Wettingen

Peter Weihrauch, Schüler, Seengen

“Gleiche Chancen für alle!”

Zoé Kürsteiner, Studentin, Rekingen

Rolf Schmid, Ökonom, Frick

“GLEICHE CHANCEN FÜR ALLE.”

Viviane Hösli, Gewerkschaftssekretärin, Zofingen

Nils Jocher, Student, Frenkendorf

Mia Jenni, Praktikantin Verlag, Obersiggenthal

Nico Zobrist, Kantischüler, Unterentfelden

Anne-Lise Sommer-Voumard, Betriebswirtschafterin HF, Birmenstorf

Severin Stierli, Biologielaborant, Bremgarten

Zoe Sutter, Buchhändlerin, Bremgarten

Benjamin Koch, FMS Schüler, Dietwil

Shari Uhlig, Studentin, Oberrohrdorf

Sonu Sabnis, Erwerbslos, Baden

Alex Isenegger, Verkauf, Unterendigen

Kathrin Bögli, Primarlehrerin, Remingen

“Gleiches Recht auf Bildung für alle!”

Benjamin Guerne-Kieferndorf, Kantonsschüler, Baden

Andrea Strebel, Sachbearbeiterin Adm, Niederrohrdorf

Justin Vogler, Elektroplaner, Niederrohrdorf

Iris Längle, Kaufmänische Angestellte, Ehrendingen

Florian Kleppel, Kantischüler, Boswil

Lili Jenny, Pharma Asistentin, Baden

Lenny Hug, Informatiker Systemtechnik, Walde

Beatrice Graber, Sozialpädagogin, Unterendingen

Silvia Widmer, Kassiererin, Busslingen

“Für alle gleiche Rechte. Bildung ist sehr wichtig. Keine*r darf ausgeschlossen werden egal warum.”

Imtrud Wyss, Verkaufsangestellte, Ehrendingen

“Als alles zu war, war es möglich für alle. Jetzt für Einzelne nicht möglich. Hallo???”

Christine Walser, Lehrerin und schulische Heilpädagogin, Ziegelbrücke

“Die Bundesverfassung (Art. 19 und 62 BV) gewährleistet, dass die Kantone für einen ausreichenden Grundschulunterricht sorgen, der allen Kindern offen steht und an öffentlichen Schulen unentgeltlich ist.”

Drei JUSO-Kandidatinnen für den Regierungsrat

01.05.20, 10:30 Von JUSO Aargau

(Internet) Die Aargauer Jungsozialist*innen haben an ihrer Online-Mitglieder- versammlung vom 30. April 2020 Zoe Sutter, Patricia Hegglin und Cybel Dickson als eigene Kandidatinnen für die Regierungsratswahlen diesen Herbst nominiert.

 

Bereits 2016 stellte die JUSO Aargau Kandidatinnen für den Regierungsrat: Gegen den Abbauwahn und für mehr Frauen* in der Politik. Vier Jahre später zeigen sich im Zuge der Corona-Krise die Auswirkungen dieser Abbaupolitik auf das Gesundheitswesen, der ökologische Kollaps steht kurz bevor und im Aargau amtiert eine reine Männer*regierung.

Das ist für die JUSO Aargau untragbar. Deshalb kandidieren Patricia Hegglin, Cybel Dickson und Zoe Sutter gleich selbst. “Wir geben der Aargauer Stimmbevölkerung mit unseren Kandidaturen die Möglichkeit, sich eine ganze Regierung zu wählen, die die Interessen der 99% vertritt, und noch dazu ein starkes Zeichen für die Frauen*förderung zu setzen”, so Zoe Sutter, Vizepräsidentin der JUSO Aargau.

 

“Diese Kampagne geht aber über die Frauen*frage hinaus”, betont Patricia Hegglin: “Unser Wahlkampf soll den Themen Migration, Klima und Care auch im Aargau endlich die Aufmerksamkeit verschaffen, die sie so dringend brauchen.”

Besonderes Gewicht legt die JUSO Aargau deshalb auf:

… konsequente und klimagerechte Klimapolitik.

  • “Just Transition”: Arbeiter*innen, deren Berufe nicht vereinbar sind mit einer umwelt- und klimaverträglichen Zukunft, müssen Lebensunterhalt, berufliche Alternativen und Mitspracherechte garantiert werden.
  • Guter, kostenloser öffentlicher Verkehr: Um die nötige Abkehr von der Autogesellschaft zu erreichen, braucht es einen drastischen Rückbau der Strassenkapazität für motorisierten Individualverkehr bei gleichzeitigem Ausbau der Velo- und Fusswege und des öffentlichen Verkehrs.
  • Corona-Gelder klimafreundlich investieren: Die Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass die Klimakrise vergessen geht. Im Gegenteil, es müssen Lösung zur gleichzeitigen Bekämpfung beider Krisen her.

… Sorge tragen zu Menschen statt zu Profiten.

  • Verstaatlichung aller Aargauer Privatspitäler: Die Gesundheit von Menschen darf weder von Profiten noch vom Portemonnaie abhängen. Ausserdem sind nur durch demokratische Kontrolle die dringend notwendigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen durchsetzbar.
  • Kantonale Gewährleistung der familienergänzenden Betreuung: Die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung müssen ins öffentliche Bildungssystem integriert werden. Diese Angebote müssen kostenlos und flächendeckend zur Verfügung stehen und gute Arbeitsbedingungen für die Betreuer*innen garantiert werden.
  • Systemrelevante Arbeit gerecht entlöhnen: Die Corona-Krise zeigt, wie mies die Löhne und Arbeitsbedingungen auch im Detailhandel, in der Spedition usw. sind. Der Kanton muss sich aktiv für die Verbesserung dieser einsetzen.

… Migrationspolitik der Bewegungsfreiheit statt Geburtslotterie.

  • Ausländer*innenstimmrecht: Menschen müssen an den Entscheidungen, die sie betreffen, teilhaben können. Im Aargau sollen deshalb auch Menschen ohne Schweizer Pass das Stimm- und Wahlrecht haben.
  • Der Aargau als sicherer Hafen: Angesichts der unmenschlichen Bedingungen, denen flüchtende Menschen ausgesetzt sind, soll sich der Aargau zum sicheren Hafen erklären, damit Menschen auf sicherem und legalem Weg ankommen können.
  • Verbindliche Standards für die Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten: Der Kanton muss hohe und verbindliche Standards festlegen. Zusätzlich braucht es eine Ombudsstelle, welche die geltenden Richtlinien durchsetzt.

… Wiedereinführung der Fachstelle für Gleichstellung.

In einem Kanton mit einer reinen Männerregierung kann kaum behauptet werden, die Gleichstellung sei erreicht. Dies zeigt sich ausser bei der formellen Repräsentation noch in vielen weiteren Bereichen. Der Kanton muss die Fachstelle wieder einführen und angemessene finanzielle Ressourcen zur Verfügung stellen.

Cybel Dickson ist Vizepräsidentin der JUSO Aargau und studiert im vierten Semester Philosophie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich. Sie wurde 1998 geboren und wohnt in Bad Zurzach. Zoe Sutter wurde 2000 in Bremgarten geboren und ist gerade dabei, ihre Lehre als Buchhändlerin abzuschliessen. Sie ist ebenfalls Vizepräsidentin der JUSO Aargau. Patricia Hegglin hat Jahrgang 1996 und ist Jus-Studentin im achten Semester an der Universität Zürich. Sie ist Präsidentin der JUSO Freiamt.

“Obwohl diese Kandidatur auch aus Momenten der Frustration kommt, freue ich mich auf die gemeinsame Arbeit für einen konsequenten, feministischen Aargau für die 99%!”, so Cybel Dickson.

 

Für Fragen und Informationen stehen gerne bereit:

Cybel Dickson
Vizepräsidentin JUSO Aargau
076 559 09 17
[email protected]

Zoe Sutter
Vizepräsidentin JUSO Aargau
076 471 12 01
[email protected]

Patricia Hegglin
Präsidentin JUSO Freiamt
079 889 54 43
[email protected]ch

Die Solidarität der Privilegierten

Wenn wir von Solidarität sprechen, dann meinen wir damit ein Zusammenstehen, bei dem mensch einander hilft und für füreinander einsteht. Und diese ausgelebte Solidarität in der Zeit der Corona-Krise ist überwältigend. Sie ist sichtbarer geworden in den letzten Wochen. Darin, dass junge Menschen für ältere Menschen Einkäufe erledigen. Darin, dass sich ganze Solidaritätsnetzwerke aufgebaut haben. Darin, dass man in der aktuellen Krise nicht das Gefühl hat, unterzugehen. Diese ganze Solidarität ist extrem wichtig für unsere Gesellschaft und darf auch nach der Corona-Krise nicht verlorengehen. Allerdings hat sie einen Haken. Und zwar, dass die Solidarität nur sichtbar stattfindet. Oder, anders ausgedrückt, sie wird nur von Menschen erlebt und gelebt, die bereits auf die eine oder andere Weise privilegiert sind. Denn schaut man sich die aktuelle Situation etwas vertiefter an, fällt auf, dass Asylsuchenden eine solche Solidarität nicht gewährt wird. Das Einhalten der Schutzmassnahmen ist in Asylzentren unmöglich, schon alleine aus Platzgründen. Es werden weiterhin Asylentscheide gefällt. Und das, obwohl diverse Rechtsstelle geschlossen haben und es bei einem negativen Entscheid für Asylsuchende so gut wie unmöglich ist, sich rechtlich zu widersetzen. Ein Moratorium für Asylentscheide sieht der Bundesrat aber nicht vor.
In Flüchtlingslagern sind nach wie vor weit mehr Menschen untergebracht, als eigentlich Platz haben. So eingepfercht kann auch dort kein Abstand gehalten werden. Zudem ist fliessendes Wasser eine Seltenheit und auch Hygienemassnahmen können nicht eingehalten werden. Das ist eine Katastrophe. Und doch sieht der Bundesrat – oder irgendein anderes Land – nicht vor, etwas gegen die verheerende Situation zu unternehmen. Von einer dringend nötigen Evakuierung der Lager gar nicht erst zu sprechen.
Das kann so nicht weitergehen! Wir können erst dann voll solidarisch leben, wenn auch alle Solidarität erleben können. Und um einen Schritt in diese Richtung machen zu können Fordern wir:

  1. Die sofortige Aufnahme von 10 000 Flüchtenden an der türkischen Grenze.
  2. Die sichere Unterbringung von Geflüchteten in der Schweiz und die vorübergehende Schliessung von Asylzentren und Notunterkünften!
  3. Ein sofortiges Moratorium für Asylentscheide!

Denn: Niemand ist sicher, bis alle geschützt sind!

Wir fordern eine Solidarität ohne Grenze.

Hier Petition der JUSO Schweiz unterschreiben.

Schnee von gestern?

Der Winter ist eine wunderbare Jahreszeit. Verschneite Berge laden zum Skifahren, Langlaufen, Snowboarden, Schlitteln und Schneeschuhwandern ein. Nicht zu Unrecht ist die Schweiz im Ausland für ihre Schokolade, Uhren und eben auch für die verschneiten Berge bekannt. Doch diese verschneiten Berge sieht man nicht mehr so oft. Wetter ist nicht gleich Klima, das gilt es immer wieder zu betonen, aber durch die Klimakrise nehmen die Häufigkeit und Heftigkeit von extremen Wetterereignissen zu. Laut «Protect our Winters» hat die Schneebedeckung auf der Nordhalbkugel seit 1967 um 53% abgenommen, die Skisaison wird immer kürzer, und gemäss IPCC gibt es im schlimmsten Fall im Schweizer Mittelland gegen Ende dieses Jahrhunderts keine Schneetage mit mindestens 5 cm Schnee mehr. Doch der Schnee ist nicht nur für Wintervergnügen wie eben zum Beispiel Skifahren wichtig, sondern auch für die Natur. Für Pflanzen zum Beispiel bildet der Schnee eine schützende Decke vor der eisigen Winterkälte, die dafür sorgt, dass die sie nicht erfrieren. Schnee ist also wichtig für das Überleben der Pflanzen und das wiederum ist wichtig für unsere Landwirtschaft.

Nun kann man sagen, dass es an uns einzelnen Menschen ist, die Klimakrise zu bekämpfen. Mit dem Zug statt mit dem Flugzeug in die Ferien reisen. Gemüse statt Fleisch zu essen. Nachhaltig einkaufen. Eigenverantwortlich Emissionsausstoss verhindern.

Das ist ein Anfang, ja. Aber individuelle Lösungen reichen nicht aus, werden auch nie ausreichen. Nicht, solange der Schweizer Finanzplatz in fossile Energien investiert und somit um ein x-faches mehr Emissionen zu verantworten hat als die Schweizer Bevölkerung. Nicht, solange immer noch Kohlekraftwerke neu gebaut werden, anstatt sie abzuschalten. Nicht, solange der Bund Milliarden von Schweizerfranken in Kampfjets und Autobahnen investiert, statt dafür zu sorgen, dass zumindest die Schweiz eine Klimapolitik für die Zukunft verfolgt. Die Klimakrise ist zu gross, zu allumfassend, als dass wir sie durch Eigenverantwortung lösen könnten. Wir brauchen schnelle Massnahmen und klare Gesetze, wir brauchen ermächtigende Rahmenbedingungen, wir brauchen Alternativen und ja, wir brauchen auch Verbote.

Die JUSO Schweiz hat im Juni einen Massnahmenplan verabschiedet, der aufzeigt, wie eine Klimapolitik für die 99% aussehen könnte. Eine Klimapolitik, die sozial und klimagerecht ist, die jene, die die Krise verursacht haben und von ihr profitieren, in die Verantwortung nimmt , und die 99% zu einem Wandel ermächtigt. Denn nur eine solche Klimapolitik vermag tatsächlich etwas gegen die Klimakrise auszurichten.

Wir brauchen eine Klimapolitik für die Menschen und nicht für die Konzerne.

 

Ein Beitrag von Nico Zobrist.

Februar-Abstimmungen: Eine Frage der Solidarität

Am 9. Februar stimmen wir im Aargau über 3 wichtige Vorlagen ab: zwei nationale und eine kantonale. Die JUSO Aargau hat dazu folgende Parolen gefasst:

 

  • JA zur Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm

 

Mit einer Menschenkette sind wir letzten Samstag gemeinsam für den Schutz eingestanden. Für den Schutz vor Hass und Diskriminierung. Alle zusammen setzten gemeinsam ein buntes Zeichen und die JUSO Aargau ist überzeugt, dass das die Schweizer Stimmbevölkerung ebenso tun soll, indem der Erweiterung der Anti-Rassismus-Strafnorm zugestimmt wird. Jede*r hat das Recht auf ein Leben ohne Hetze und Gewalt und genau dafür brauchen wir in der Schweiz den Diskriminierungsschutz.  Die Anti-Rassismus-Strafnorm gibt es bereits seit 25 Jahren und sie schützt bisher öffentliche Aufrufe zu Hass und Hetze aufgrund der Ethnie, Religion und Rasse. Wer heute also öffentlich zu Hass gegen Menschen einer bestimmten Religion oder Hautfarbe aufruft, kann strafrechtlich verfolgt werden. In der Erweiterung dieses Diskriminierungsschutzes geht es darum, in diese Strafnorm auch die sexuelle Orientierung aufzunehmen. Das heisst konkret, dass dann Menschen strafrechtlich verfolgt werden können, die öffentlich zu Hass gegen Lesben, Schwule und Bisexuelle aufrufen. Hass ist keine Meinung. Für solidarisches Gemeinsam sagen wir: JA zum Schutz!

 

  • JA zu mehr bezahlbaren Wohnungen

 

Das Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, genauso wie Luft zum Atmen oder Nahrung. Laut der Raiffeisenbank liegen die Mieten in der Schweiz 40% zu hoch. Nur rund 4% der Wohnungen sind gemeinnützig.  Die Initiative für mehr bezahlbare Wohnungen fordert unter anderem, dass dieser Anteil auf 10% bei neu gebauten Wohnungen ansteigt. Auch will die Initiative, dass der Bund zukünftig Erneuerungen nur noch unterstützt, wenn die bisherigen Mieter*innen zu einem ähnlichen Mietpreis in der Wohnung bleiben können. In der Bundesverfassung steht, dass Bund und Kantone sich dafür einsetzen sollen, dass «Wohnungssuchende für sich und ihre Familie eine angemessene Wohnung zu tragbaren Bedingungen finden können». Das ist in der heutigen Situation nicht gegeben und die Initiative für mehr bezahlbare Wohnungen macht einen entscheidenden Schritt, die Bundesverfassung umzusetzen. Wir als JUSO Aargau unterstützen diesen Schritt und sagen: JA zu mehr bezahlbaren Wohnungen!

 

  • NEIN zur Änderung des Kantons- und Gemeindebürgerrechts

 

Der Grosse Rat beschloss im Mai 2019, das Kantonsbürgergesetz des Kantons Aargau zu verschärfen. Die SP, Grünen und EVP haben das Behördenreferendum ergriffen, weshalb das Aargauer Stimmvolk nun über diese Vorlage abstimmen kann. Die Änderung hat konkret zur Folge, dass Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen waren, neu 10 Jahre, statt 3, warten müssten, um ein Einbürgerungsgesuch stellen zu können.Den Menschen würden also 10 Jahre lang ihre demokratischen Rechte verweigert aufgrund der Tatsache, dass sie einmal auf die Hilfe des Staates angewiesen waren. Menschen, welche nie Sozialhilfe bezogen haben, müssen aktuell 3 Jahre auf ihre Einbürgerung warten, dieselbe Frist wie vom Bund für alle Menschen vorgesehen ist. Zusätzlich wird beim Einbürgerungsgesuch neu eine absolvierte Prüfung zu staatsbürgerlichen Kenntnissen vorausgesetzt. Diese massive Einschränkung der Rechte hält die JUSO Aargau für unzumutbar und sagt klar: NEIN zum neuen Einbürgerungsgesetz! 10 Jahre sind zu viel!

Die Bilder wurden gemacht von Johannes Hofmann.

Nationalratswahlen

Die JUSO kandidiert auch bei diesen Wahlen mit einer eigenen Liste. Die Liste wurde an der Jahresversammlung vom 23. Februar beschlossen.

Für die JUSO kandidieren:

  • Mia Jenni Studentin Germanistik und Kunstgeschichte Einwohnerrätin SP Obersiggenthal, Vorstand Bezirk Baden, 1. Mai Komitee Baden Obersiggenthal
  • Sandro Covo Student Präsident JUSO Aargau, Vorstand SP Bremgarten, SP Mutschellen-Kelleramt Jonen
  • Lara Hitz Schülerin Vize-Präsidentin JUSO Aargau Unterentfelden
  • Siel Meier Gymnasium Vorstand JUSO Aargau Würenlingen
  • Sofie Kamber Schülerin, Informatikerin Vorstand JUSO Aargau Lenzburg
  • Noah Zurfluh Kantonsschule Vorstand JUSO Aargau Brugg
  • Sophie Haefeli Studentin Pädagogik Oberrohrdorf
  • Nico Julian Zobrist Maturand, Neue Kantonsschule Aarau Vorstand JUPA AG (seit 2017), Vorstand SP Bezirk Aarau, Vizepräsident der Schüler*innenorganisation der Neuen Kantonsschule Unterentfelden
  • Patricia Hegglin Studentin für Rechtswissenschaften Vorstand SP Bremgarten und SP Hägglingen Dottikon
  • Noa Haefeli Lehrling Schreiner EFZ Vorstand JUSO Baden Brugg Oberrohrdorf
  • Flavia Brogle Studentin Gender Studies & Computer Science Wettingen
  • Florian Till Hunziker Informatiker Stolzes Basismitglied Suhr
  • Marlies Erb Sozialpädagogin in Ausbildung Unterendingen
  • Zoe Sutter Buchhändlerin in Ausbildung Bremgarten AG
  • Lenny Hug Informatiker in Ausbildung Walde AG

Weitere Informationen zu den Kandidierenden findet ihr auf Wahlen 2019

Jahresversammlung 2019

Die Jahresversammlung 2019 steht an. Am 23. Februar starten wir ins Wahljahr und nominieren unsere Kandidierenden für die Nationalratswahlen 2019.

Ausserdem werden wir unser Projekt für das kommende Jahr bestimmen.

Die Veranstaltung ist für alle offen. Wenn du mal vorbeischauen möchtest, kannst du also ungeniert kommen!

Wenn du noch Fragen zur Versammlung hast, kannst du dich unter [email protected] melden.

Um 13:30 wird ausserdem ein Neumitgliederapéro stattfinden, an den du auch kommen kannst, wenn du noch kein Mitglied bist. Dort lernst du den Vorstand kennen und wir erklären dir, was wir an der Versammlung besprechen werden und wie die JUSO so funktioniert.

Nach der Versammlung gibt es auch noch Essen und Trinken und Zeit für spannende Diskussionen.

Wir freuen uns auf Dich!

Es braucht Massnahmen gegen den Klimawandel

Nachdem die bürgerlichen Parteien das CO2-Gesetz letzte Woche verwässert haben und ein Ziel für die Inlandreduktionen gestrichen haben, geht es diese Woche weiter im Nationalrat.

Jetzt geht es um konkrete Massnahmen, die in das Gesetz geschrieben werden müssen. Um die Klimakatastrophe abzuwenden braucht es in allen Bereichen Massnahmen um die Emissionen von fossilen Treibhausgasen schlussendlich auf Null zu bringen. Sowohl in der Stromproduktion, bei der Mobilität und auch beim Wohnen muss gehandelt werden. Artikel ansehen